Fondsmanager Andreas Meyer über die aktuellen Entwicklungen am Nachranganleihen-Markt

Aramea Portfoliomanagement Andreas Meyer

Fondsmanager Andreas Meyer

News vom Anleihemarkt: Die DZ Bank kündigt Nachranganleihen aus regulatorischen Gründen und die Kurse springen an. ARAMEA Fondsmanager Andreas Meyer: „Das ist eine Besonderheit. Der Kapitalmarkt hat das nicht unbedingt erwartet.“ Lässt sich diese Chance auch bei anderen Emittenten erwarten? Außerdem: ARAMEA setzt mehr auf US-Banken zulasten von Investments bei europäischen Banken – was steckt dahinter und was ist von den europäischen Banken zu erwarten? ESG: ist die Deutsche Bank mit der Donald Trump Zusammenarbeit nun nicht mehr ESG-konform?

Die DZ BANK AG teilte letzte Woche mit, dass sie alle noch ausstehenden Tier 1 Emissionen, die die DZ BANK über Zweckgesellschaften aufgelegt hat, ordentlich kündigt und zurückzahlt. Insgesamt handelt es sich um 8 Papiere mit einem Volumen von 1,41 Milliarden Euro. Hintergrund der Kündigung sind die neuen Regeln nach Basel III, die dazu führen, dass Tier 1 Emissionen alten Formates ihre Anrechenbarkeit auf das Eigenkapital verlieren. Um dies auszugleichen, hatte die DZ BANK in den letzten Jahren bereits zahlreiche neue Papiere im gesamten Volumen von 2,15 Milliarden Euro emittiert.

„Damit ist die DZ BANK das erste Haus, das sich in diesem Jahr für die regulatorischen Veränderungen durch Basel III in 2022 vorzeitig gut aufgestellt hat“, sagt ARAMEA-Vorstand Sven Pfeil, der mit seinen Fonds ARAMEA Rendite Plus (WKN: A0NEKQ) und ARAMEA Rendite Plus Nachhaltig (A2DTL7) in 7 der 8 Anleihen, die nun gekündigt wurden, investiert ist. „Wir erwarten hier in den kommenden Monaten eine erhöhte Aktivität auch anderer Emittenten“, erklärt Pfeil weiter. Diese hätten ähnlich wie die DZ BANK die neuen Anleihen bereits emittiert und bräuchten nun nur noch die alten Formate zurückzunehmen. Eine Kündigung sei dabei oftmals die bessere – wenn auch für den Emittenten auf den ersten Blick teurere – Lösung, da bei einem Rückkaufangebot, welches auch unter 100% liegen könne, oftmals nicht das gesamte Volumen angedient werde.

Quelle: Bloomberg

„Wir haben uns vor allem im vierten Quartal letzten Jahres verstärkt in diesen Anleihen positioniert, bei denen wir eine hohe Kündigungswahrscheinlichkeit sehen. Klassisches Nachrangrisiko erscheint z.T. bereits sportlich bewertet“, ergänzt Co-Fondsmanager Andreas Meyer. Abgesehen von den durch Kündigungen in der Regel erfolgenden Kurssprüngen (siehe Chart) sei auch interessant, dass die zu vereinnahmenden Renditen unabhängig vom sonstigen Marktgeschehen seien. Zwischen Mitte Februar und Mitte Mai wird der mittlerweile über eine Milliarde schwere Fonds ARAMEA Rendite Plus und die 400 Millionen Euro große nachhaltige Variante nun die Rückzahlungen erhalten. An Ideen, was man mit dem freiwerdenden Kapital machen kann, mangelt es nicht. „US-Banken sind nach wie vor interessant bewertet, selbst unter Berücksichtigung der Währungsabsicherungskosten – zumal sie aktuell eine höhere Kreditqualität aufweisen als europäische Titel,“ beschreibt Meyer die Marschrichtung. „Die Regulatorik wird uns auch in Zukunft nicht in Ruhe lassen, was wir hier zu Gunsten unserer Investoren ausnutzen können“. Weiteres Ziel sei es, sich zunehmend in Versicherungspapieren zu engagieren, da hier die regulatorischen Veränderungen durch Solvency II erst 2026 in Kraft treten und es dort im Vorfeld auch zur Kündigung von Papieren alten Formates kommen sollte.

 

Über ARAMEA Asset Management AG:
ARAMEA Asset Management AG zählt zu den größten unabhängigen Asset Managern in Deutschland. Das 25-köpfige ARAMEA-Team verwaltet aktuell 4 Mrd. Euro in 13 Publikums- und 27 Spezialfonds sowie in Vermögensverwaltungsmandaten. Der Kundenkreis umfasst Sozialversicherungsträger, Verbände, Stiftungen, Versicherungen, Banken, Unternehmen, kirchliche Einrichtungen und Family Offices.

Der Aufsichtsrat der Gesellschaft besteht neben Herrn Hunck aus den Mitgliedern Dr. Dr. Michael Steen, Dr. Jörg Stotz und Gerhard Lenschow. ARAMEA Asset Management AG wird vertreten durch die Vorstände Markus Barth (Vors.) und Sven Pfeil.

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Nachhaltiges investieren ist für die meisten Anleger mittlerweile zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Umso wichtiger ist es, dass die Palette an investierbaren Fonds in diesem Segment weiter ansteigt. Mit dem ARAMEA Global Convertible (WKN: A141V7) steht nun eine weitere Strategie, die in internationale Wandelanleihen nachhaltiger Emittenten investiert, zur Verfügung. „Mit der Ausrichtung des Fonds auf einen nachhaltigen Investmentprozess haben wir nun sowohl für Nachrang- als auch für Wandelanleihen eine ESG-Strategie im Sortiment“, meint der Vorstandsvorsitzende Markus Barth von ARAMEA Asset Management. „Zudem sind wir seit längerer Zeit auch Unterzeichner der Principles for Responsible Investment (PRI) und haben bereits weitere nachhaltige Themen in Planung.“

 

Nach der Ausrichtung des Investmentprozesses wurde der Fonds nun mit dem FNG-Siegel ausgezeichnet. Andreas Meyer, zuständig für das Thema ESG im Hause ARAMEA: „Der FNG-Prüfprozess mit dem Auditing der Universität Hamburg ist hoch angesehen, da er sehr umfassend ist. Daher sind wir sehr glücklich, dass unser nachhaltiger Investmentprozess nun auch für Wandelanleihen ausgezeichnet wurde.“

 

Fondsmanager Daniel Zimmer, der neben der nachhaltigen Strategie auch den vielfach ausgezeichneten defensiven ARAMEA Balanced Convertible (WKN: A0M2JF) verantwortet, freut sich sehr über die Auszeichnung. „Bei ARAMEA haben wir eine lange Historie im Management von Wandelanleihen-Fonds, die teamübergreifend bis zum Anfang des Jahres 2000 zurückgeht.“ Zudem sehe man aktuell eine deutliche Beschleunigung in diesem Segment. Alleine im Jahr 2020 liege das Neuemissionsvolumen globaler Wandelanleihen bisher bei einer Höhe von 145 Mrd. US-Dollar. Daher sieht sich Zimmer im internationalen Wandelanleihenmarkt auch mit einer nachhaltigen Strategie gut gerüstet. Durch die hohe Emissionstätigkeit von Unternehmen mit nachhaltigen und digitalen Geschäftsmodellen sowie dem zunehmenden Nachhaltigkeitsfokus bestehender Emittenten sei mehr als genügend Auswahl vorhanden, um den strengen Auswahlprozess, der beim ARAMEA Global Convertible zum Einsatz kommt, anzuwenden. „Dass dies nun mit einem FNG-Siegel honoriert wird, ist für uns ein besonderer Ansporn“, kommentiert Zimmer die Auszeichnung.

Nachhaltigkeit ist für viele Investoren mittlerweile zu einem zentralen Faktor bei der Anlageentscheidung geworden. „Mit der Auflage des ARAMEA Rendite Plus Nachhaltig (WKN: A2DTL7) am 1. Dezember 2017 haben wir uns diesem Trend bereits vor einiger Zeit angenommen“, meint der Vorstandsvorsitzende Markus Barth von ARAMEA Asset Management. „Zudem sind wir seit längerer Zeit auch Unterzeichner der Principles for Responsible Investment (PRI). Damit haben wir uns auch als Gesellschaft insgesamt den sechs Prinzipien der Vereinten Nationen für nachhaltiges Investieren verschrieben“.

Nun feiert der kleine Bruder des 2008 aufgelegten ARAMEA Rendite Plus (WKN: A0NEKQ) seinen dritten Geburtstag – für jeden Fonds ein wichtiger Meilenstein. Und es gab ein besonders schönes Geburtstagsgeschenk: Das Forum Nachhaltige Geldanlage hat dem Fonds gerade erneut das FNG-Siegel für nachhaltige Investmentfonds verliehen. Das FNG-Siegel ist ein Qualitätsstandard, welcher Investmentfonds vollumfänglich auf die Einhaltung nachhaltiger Kriterien überprüft und bei deren Bestehen auszeichnet. Nachdem der ARAMEA Rendite Plus Nachhaltig bereits im Mai 2018 das Österreichische Umweltzeichen erhalten hat, untermauert die erneute Verleihung des FNG-Siegel nun weiterhin die vollumfängliche Umsetzung nachhaltiger Investmentkriterien.

Andreas Meyer, Co-Portfoliomanager und zuständig für das Thema ESG im Hause ARAMEA: „Der Prüfprozess mit dem Auditing der Universität Hamburg ist sehr umfassend. Mit der Einhaltung des United Nations Global Compact Index, den Anforderungen der evangelischen und katholischen Kirche an nachhaltige Geldanlage und dem Österreichischen Umweltzeichen in Kombination mit einem Positiv-Rating durch ISS-ESG konnten wir diesem dennoch erneut gerecht werden.“

Der von Sven Pfeil, Vorstand und Portfoliomanager der ARAMEA Asset Management, und Andreas Meyer verwaltete Fonds konnte in den ersten drei Jahren bereits viel Interesse bei Investoren wecken und hat aktuell ein Volumen von rund 360 Mio. Euro. „Wir sind sehr dankbar, dass uns so viele Investoren bereits das Vertrauen geschenkt haben,“ stellt Pfeil klar. Dies liege neben dem nachhaltigen Investmentprozess auch an den nach wie vor attraktiven Kupons für Nachranganleihen. Mit durchschnittlich 3,7% (Stand 30.10.2020) und einem gleichzeitig guten Rating der Emittenten von „A“ seien diese eine der letzten Oasen in der Zinswüste.

Fast genau ein Jahr ist es her, dass Lars Dollmann seinen Weg von der Janus Henderson Tochter Alphagen Capital aus London zur ARAMEA Asset Management gefunden hat. Nun gibt der Hamburger Vermögensverwalter bekannt, dass sie einen Long-Short-Fonds für europäische Aktien mit dem erfahrenen Manager auflegen. „Lars hat in den vergangenen Monaten – neben seiner Arbeit für unsere Spezial- und Publikumsfonds – mit viel Leidenschaft an der Konzeptentwicklung für den Fonds gearbeitet“, stellt ARAMEA-Vorstandsvorsitzender Markus Barth fest. „Ich denke, dies wird sich auszahlen.“

Der neue Fonds mit dem klangvollen Namen ARAMEA TANGO #1 (WKN: A2QAYE) soll vornehmlich in mittelgroße und große europäische Unternehmen, sowohl auf der Long- als auch auf der Short-Seite, investieren. „Netto möchten wir im marktneutralen Bereich liegen, den wir bei +25% bis -25% verorten“, sagt Fondsmanager Dollmann.

Grundlage für den Portfolioaufbau sei die Beurteilung der Geschäftsmodelle der einzelnen Unternehmen bzw. deren Zukunftsfähigkeit. Denn nur wenn Dollmann und sein Team restlos von den künftig zu erwartenden Cashflows und der Bilanzqualität überzeugt sind, kommt ein Titel für das Long-Buch in Frage. Lässt das Geschäftsmodell dagegen erkennen, dass es den aktuellen Herausforderungen nicht gewachsen ist, ist dies ein Kandidat für eine Short-Positionierung. Dabei wolle man sowohl im Long- als auch im Short-Buch Alpha erzeugen. „Genauso wichtig wie das Stock-Picking ist allerdings das Risikomanagement des Gesamtportfolios“, stellt der erfahrene Manager fest. Hier habe er alle Freiheiten, um Risiken gezielt zu steuern, die sich z.B. aus plötzlichen Branchenrotationen bzw. Favoritenwechseln ergeben können.

Geplant ist, sowohl eine institutionelle (WKN A2QAYE) als auch eine Retail-Tranche (WKN A2QAYF) den Investoren zur Verfügung zu stellen.

Die Europäische Bankenaufsicht EBA hat in der vergangenen Woche eine aktualisierte Auffassung zur Behandlung sogenannter „Legacy-Bonds“ veröffentlicht. Bei diesen Papieren handelt es sich um ältere Nachranganleihen, welche die Regulierung nach der – von ihr erlassenen – Übergangsperiode bis 2022 nicht mehr in Bankbilanzen sehen möchte. Vielmehr sollen sie durch Anleihen neuen Formates ersetzt werden, die sich im Krisenfall einer Bank leichter in Eigenkapital umwandeln lassen. Als Lehre aus der Finanzkrise 2008 soll somit die Stabilität der Bankbilanzen erhöht werden.

„Lange Zeit rumorte es im Markt, dass einige dieser Tier1-Anleihen* auch nach 2022 als Tier2-Anleihen bilanziert werden könnte“, erklärt Fondsmanager und ARAMEA-Vorstand Sven Pfeil die Bedeutung des EBA-Berichtes. „Die Interpretation unterschiedlicher Regulierungsmaßnahmen wie CRR2/CRDIV und BRRD2 oder die Auslegung der Motivation von Emittenten hat viel Gestaltungsspielraum und somit Unsicherheit für die Kurse solcher Titel gelassen“, ergänzt der Co-Manager des ARAMEA Rendite Plus (WKN A0NEKQ), Andreas Meyer. Mit der jüngsten Aktualisierung (hier) verdeutlicht die EBA jedoch, dass eben diese Nachranganleihen verschwinden sollen, um weitere Unsauberkeiten in den Bilanzen zu vermeiden. In letzter Konsequenz bedeute dies aus Sicht der ARAMEA-Experten eine Kündigung der Papiere und eine Rückzahlung zu 100%. Hier wittern die Manager gute Chancen, denn zahlreiche Wertpapiere notieren derzeit noch erheblich unter diesem Kursniveau.

„Ein schönes Beispiel ist die Anleihe des niederländischen Finanzinstitutes ING Group (siehe Bild)“, erläutert Pfeil seine Erwartungen. „Nachdem das Papier sich von den März-Tiefständen etwas erholt hatte, stagnierte es in den letzten Wochen ein wenig.“ Direkt nach der Veröffentlichung des EBA-Berichtes preiste der Markt jedoch die erhöhte Kündigungswahrscheinlichkeit ein und die Anleihe zog um mehrere Punkte an. Dennoch liege Sie noch immer 6,5 Punkte unterhalb des potentiellen Kündigungsniveaus.

Hinweise, welche Nachranganleihen besonders von einer Kündigung „bedroht“ sind, kann auch die Stückelung geben. „Papiere, die in 1.000er Stückelungen oder noch geringeren vorliegen und somit für Privatinvestoren einfach zugänglich sind, sind der Regulierung ein besonderer Dorn im Auge“, ist sich Experte Meyer sicher. Dies könne man auch daran ablesen, dass die Anleihen neuen Formates mit Stückelungen von 100.000 und mehr emittiert werden. Hier diversifiziert anzulegen dürfte den meisten Privatanleger schwerfallen. Finanzierungvehikel, die extra für die Emission kreiert werden, möchte der Regulator in Zukunft genauso wenig sehen.

„Eine andere Möglichkeit, diese Papiere vom Markt zu bekommen, sind freiwillige Rückkaufangebote“, ergänzt Vorstand Pfeil. Diese haben jedoch den Nachteil, das oftmals nicht das gesamte Volumen abgerufen wird und eine illiquide Restanleihe am Markt zurückbleibe. Da diese Reste aber viel Arbeit machen, würden Sie in der Regel vom Emittenten letztlich doch gekündigt.

Ob Call oder Rückkaufangebot: die Phantasie weiterer Kapitalmaßnahmen sei bei diesen Papieren wieder im Markt und dürfte sich in weiter anziehenden Kursen zeigen. Hiervon möchten die in diese Papiere investierenden Fonds ARAMEA Rendite Plus (WKN A0NEKQ) und ARAMEA Rendite Plus Nachhaltig (WKN A2DTL7) profitieren. „Umso schöner ist, dass diese Kurszuwächse unabhängig von der weiteren Corona-Entwicklung, den US-Wahlen oder den anstehenden BREXIT-Verhandlungen sind, da sie rein auf regulatorischen Gründen beruhen,“ freut sich Fondsmanager Meyer. Die nächsten 14 Monate könnten somit für Nachranganleger einige positive Überraschungen bereithalten.

Quelle: Bloomberg LP
*Die unterschiedlichen Rangstufen können Sie unserer Investorenpräsentation hier entnehmen.

Fondsmanager Andreas Meyer über FinCEN, ESG und Fusionen in der Bankenbranche

Fondsmanager Andreas Meyer

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Die großen Banken haben einen neuen Skandal: Geldwäschevorwürfe und Leaks rund um das Stichwort FinCEN. Vor dem Hintergrund, dass ESG-Kriterien immer wichtiger werden für Investoren: Sind Banken überhaupt noch invertierbar? Noch dazu tut sich gerade viel bei den Banken: Konsolidierung und Filialstreichungen sowie Fusionsgerüchte, teilweise sogar grenzübergreifend. Was bedeutet das für die Investorenseite. Fondsmanager Andreas Meyer setzt auf Hybridanleihen und bewertet diese Konsolidierung und möglichen Fusionen grundsätzlich positiv: „Wir als langweilige Anleihegläubiger sind an Stabilität interessiert. Und diese Konzentration im europäischen Bankenmarkt bedeutet Stabilität.“

Hamburg, den 8. September 2020 – Trotz der sich wieder weiter ausbreitenden Zinswüste, schüttet der ARAMEA Rendite Plus (WKN A0NEKQ) am 15.9.2020 verlässlich 5,50 Euro je Anteil aus. „Stabile Ausschüttungen aus ordentlichen Erträgen hat bei vielen unserer Kunden eine sehr hohe Priorität“, sagt Markus Barth, Vorstand der ARAMEA Asset Management AG. Dies entspräche auf den aktuellen Anteilspreis gerechnet einer Ausschüttungsrendite wie im letzten Jahr von über 3 Prozent.

Auch der kleine Bruder des Flaggschiffs, der ARAMEA Rendite Plus Nachhaltig (WKN A2DTL7), wird rund 2,00 Euro pro Anteil ausschütten. Dies entspricht einer Ausschüttungsrendite von über 2 Prozent. Dank des zunehmenden Interesses an nachhaltigen Lösungen beträgt das Volumen der knapp drei Jahre alten Strategie mittlerweile über 250 Mio. Euro.

Der verantwortliche Fondsmanager, des auf Nachrang-Anleihen und Zinssondersituationen konzentrierten Fonds, Sven Pfeil meint dazu: „Die ordentlichen Ausschüttungen sind aufgrund der unverändert hohen Kupons bei Hybridanleihen möglich. Diese Anleihen werden von Finanzdienstleistern und Unternehmen als Eigenkapitalersatz begeben, sodass Emittenten bereit sind einen höheren Kupon im Vergleich zu den klassischen Unternehmensanleihen zu zahlen.“ Anders als bei High-Yield-Anleihen sei die Qualität der Emittenten jedoch in der Regel hoch, so dass die beiden Fonds im Durchschnitt auf ein gutes „A-“-Emittenten-Rating kommen. Auch das durchschnittliche Anleihe-Rating sei im Investment Grade Bereich.

„Aktuell besonders interessant ist der Bereich der Banken-Nachranganleihen, da sich hier regulatorische Veränderungen (Basel III) in den kommenden Monaten in Form von vorzeitigen Kündigungen bemerkbar machen sollten,“ erläutert ARAMEA-Vorstand Pfeil weiter. Dies könne zu marktunabhängigen Kursbewegungen bei den betroffenen Papieren führen. Um Risiken in Hinblick auf eine evtl. Pleitewelle in den kommenden Monaten zu beschränken, stünden Banken aus der ersten Reihe in stabilen Volkswirtschaften hierbei ganz klar im Fokus. Zudem hätten die Banken dank des jüngsten Dividendenverzichts ihre Eigenkapitalbasis gestärkt und seien – anders als 2009 – nicht Auslöser der Krise, sondern wichtiger Baustein bei deren Eindämmung.

Sollten alle Kündigungen, wie vom Fondsmanagement aktuell prognostiziert, eintreten, so besteht die aktuelle Rendite (Yield-to-Call) der im Fonds enthaltenen Papiere aktuell über 8 Prozent. Dies deckt sich auch mit der Performance seit Auflage des Fonds im Dezember 2008, die historisch betrachtet ebenfalls bei über 8 Prozent p.a. lag.

Fondsmanager Andreas Meyer über das Sommerloch am Anleihemarkt und Bewegung im ESG-Segment bei Banken.

Aramea Portfoliomanagement Andreas Meyer

Fondsmanager Andreas Meyer

Ein Sommerloch gibt es auch am Anleihemarkt. Das gilt sowohl für den Handel als auch für Neuemissionen. Und das, obwohl die Aktivität in der ersten Jahreshälfte ausgesprochen hoch war. ARAMEA Fondsmanager Andreas Meyer: „Das ist Saisonal bedingt. Die Handelsabteilungen sind im Urlaub, die Fondsmanager sind im Urlaub. Die Finanzabteilungen schauen genau, wie aktiv die Investoren sind. Und wenn die nicht da sind, macht es keinen Sinn, den Primärmarkt anzuzapfen. Deshalb haben die Unternehmen das vorgezogen und im Vorfeld durchgeführt“. Bei den Banken ist das Bild überall ähnlich: Rückstellungen haben die Bilanz verhagelt. „Während man als Aktionär nur wenig Spaß hatte, haben Sie am Anleihemarkt weiterhin tolle Opportunitäten“. Und auch beim Thema ESG tut sich etwas, wie aktuelle Beispiele belegen.

Fondsmanager Andreas Meyer über Emissionen und Risikoappetit am Anleihemarkt.

Aramea Portfoliomanagement Andreas Meyer

Fondsmanager Andreas Meyer

Corona macht sich auch am Anleihemarkt mit mehr Emissionen und mehr Risikoappetit bemerkbar. Fondsmanager Andreas Meyer: „Die Primärmarktaktivität, also dass sich Unternehmen neues Geld mit Anleihen beschaffen, hat sich gewandelt: wir sehen da unfassbar viel Aktivität. Im 1. Halbjahr haben wir schon 80 % von dem Volumen für europäische Anleihen gesehen, wie im gesamten letzten Jahr. Der Juni war sogar ein Rekordmonat“. Doch ist auch das Risiko gestiegen? Immerhin wurde vor Insolvenzen gewarnt. Und auch die normalerweise typische frühzeitige Kündigung von Hybridanleihen vor Ende der Laufzeit wurde in Frage gestellt. Was ist da zum Beispiel bei der Lufthansa zu erwarten? Und wie kommen inverse Zinskurven wie bei Total zustande?