Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

 

wie schon im vergangenen Jahr verlief der Jahresstart an den Märkten äußerst erfreulich – und wie im letzten Jahr hatten viele Anleger eine solche Entwicklung nicht wirklich auf dem Zettel. Zur Erinnerung: Im Dezember 2023 erwarteten die großen angelsächsischen Banken den S&P 500 zum Jahresende 2024 im Median bei 4.800 Punkten. Zurzeit handelt der Index bereits bei über 5.200 Punkten und viele Häuser haben ihre Prognosen entsprechend nach oben angepasst. Sicher: Ein deutlicher Kurssturz gen Jahresende ist theoretisch noch möglich. Aber die weit verbreitete Erwartung, dass auf die starke Rally im November und Dezember zum Jahresstart 2024 eine Gegenbewegung folgt und erst dann im späteren Jahresverlauf wieder steigende Kurse zu sehen sein werden, ist erst einmal nicht wahr geworden.

 

Bemerkenswert dabei ist ganz besonders, dass die Hausse seit Jahresbeginn – im Gegensatz zur Entwicklung im November und Dezember – nicht wegen, sondern trotz steigender Zinsen stattgefunden hat. In der Eurozone gipfelten die Leitzinssenkungserwartungen just zum Jahreswechsel bei knapp sieben Senkungen. Ende März sind es nur noch deren drei.

 

Einerseits dürften all jene, die den Markt bereits zum Jahreswechsel für grundsätzlich überkauft hielten, heute umso mehr auf die Verkaufstaste drücken. Andererseits fehlen solchen Investoren, die sich zuvorderst aufgrund übertriebener Leitzinssenkungserwartungen Ende 2023 im Bärenlager wiederfanden, nun die Argumente.

 

In diesem Spannungsfeld bewegen wir uns nun in das zweite Quartal dieses Jahres. Ein Quartal, in dem wir womöglich ein Novum erleben werden: Eine EZB, die im Zyklus erstmals vor der Federal Reserve die Zinsen senkt. Zu frappierend sind mittlerweile die Unterschiede in Inflations- und Wachstumsentwicklung zwischen den USA und der Eurozone. Aber auch in den USA dürften die Leitzinsen in diesem Jahr fallen.

 

Da das Wachstum in der Eurozone zudem tendenziell etwas anziehen und sich in den USA auf hohem Niveau halten dürfte, gibt es aus meiner Sicht selbst nach der starken Marktentwicklung weiterhin gute Argumente, die weiteren Spielraum für steigende Kurse schaffen. Kurzfristig – und da wiederhole ich die Aussage aus dem letzten „Q“ (auch wenn die Aussage von vor drei Monaten falsch war) – erwarte ich in den kommenden Monaten aber ein etwas schwierigeres Fahrwasser an den Märkten. 

 

Viel Spaß bei der Lektüre wünscht Ihnen Ihr

 

Felix Herrmann, CFA

Chefvolkswirt Aramea Asset Management AG

 

 

 

 

 

 

Q2_2024

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

man könnte durchaus den Eindruck gewinnen, unter Analysten und Volkswirten gäbe es einen Wettbewerb dahingehend, wer als erster seinen Jahresausblick für das jeweilige Folgejahr veröffentlicht. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich bekomme die ersten Jahresausblicke mittlerweile bereits Anfang November. Sicher ist es so, dass – je näher das Jahresende rückt – sich der Blick der Anleger auf das nächste Jahr richtet. Und das völlig zurecht. Nun ist es aber bekanntlich auch so, dass ein oder zwei Monate am Finanzmarkt eine sehr lange Zeit sein können. Die Monate November und Dezember des nun zu Ende gehenden Jahres haben dies erneut eindrucksvoll unter Beweis bestellt. Mitunter kann ein Jahresausblick bereits zu Beginn des Jahres veraltet wirken. Insofern lesen Sie meinen Jahresausblick, der auch zum Jahreswechsel traditionell im Gewand des „Q“ daherkommt, stets erst kurz vor Weihnachten.

 

Hätte ich meinen (Kapitalmarkt-)Ausblick ebenfalls Anfang November veröffentlicht, wäre der Grundtenor womöglich optimistischer ausgefallen. Aber auch nach der starken Rally der letzten Wochen und dem „Happy Ending“ im Kapitalmarktjahr 2023 bin ich für 2024 weiterhin grundsätzlich zuversichtlich gestimmt. Dies liegt zuvorderst an der konstruktiven Erwartung für die internationalen Rentenmärkte, die aus Sicht des Euroanlegers einen positiven Ertrag von mehr als fünf Prozent liefern und somit das Jahr 2023 in Sachen Performance toppen dürften. An den Aktienmärkten werden die Bäume im Jahr 2024 wohl nicht in den Himmel wachsen – die starke Entwicklung aus diesem Jahr wird sich kaum wiederholen lassen. Allerdings spricht aus meiner Sicht vor allem die Aussicht auf fallende Leitzinsen in den USA und der Eurozone für Rückenwind – nicht nur für die Renten- sondern eben auch für die Aktienmärkte. Historisch betrachtet sind US-Wahljahre zudem häufig erfreuliche Aktienmarktjahre gewesen – vor allem dann, wenn ein Republikaner das Rennen macht (ich rechne Stand heute mit einem Wahlsieg Trumps). Eine Wertentwicklung um die 10% erachte ich für den breiten Aktienmarkt als realistisch (ebenfalls aus EUR-Sicht). Ich rechne aufgrund zunächst weiter stark zinsgetriebener Märkte zumindest zu Beginn des Jahres 2024 mit einer anhaltend positiven Korrelation zwischen Aktien und Renten. Anders als im Jahr 2022 dürften beide Assetklassen somit einen positiven Beitrag zur Gesamtperformance der Portfolien beitragen. Angesichts der jüngsten übertriebenen Zinssenkungseuphorie ist jedoch kurzfristig mit etwas Enttäuschung zu rechnen.

Viel Spaß bei der Lektüre  

Download “Q1_2024”

q1_2024-1.pdf – 879-mal heruntergeladen – 487,25 kB ,ein entspanntes Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr wünscht Ihnen Ihr

Felix Herrmann, CFA

Chefvolkswirt Aramea Asset Management AG

 

 

 

 

 

 

Drei Fonds der ARAMEA Asset Management AG aus Hamburg wurden für das kommende Jahr 2024 wieder mit dem FNG-Siegel zertifiziert. Diese nachhaltigen Fonds des Hamburger Vermögensverwalters wurden zusätzlich mit einem Stern ausgezeichnet.

Nachhaltiges Investieren rückt weiterhin bei immer mehr Investoren in den Fokus ihrer Strategie. Gleichzeitig zu den steigenden nachhaltigen Angeboten auf dem Kapitalmarkt, steigt auch immer mehr die Skepsis bezüglich Etikettenschwindel oder „Green Washing“. Entsprechend wichtig ist es, dass es unabhängige Experten gibt, die mit ihren Analysen darauf achten, dass auch wirklich drin ist, was vermeintlich draufsteht. Eine der renommiertesten Auszeichnungen in diesem Bereich ist das FNG-Siegel.

Investmentfonds bzw. Finanzprodukte mit FNG-Siegel entsprechen dem vom Fachverband Forum Nachhaltige Geldanlagen e.V. (FNG) entwickelten Qualitätsstandard für nachhaltige Geldanlagen im deutschsprachigen Raum. Erfolgreich zertifizierte Produkte verfolgen einen professionellen und transparenten Nachhaltigkeitsansatz, dessen glaubwürdige Anwendung durch eine unabhängige Prüf- und Bewertungsarbeit geprüft und von einem externen Komitee überwacht worden ist.

Der ARAMEA Rendite Plus Nachhaltig (WKN: A2DTL7), ARAMEA Global Convertible (A141V7) und der proud@work (WKN: A2JF9B) erhalten einen Stern für eine besonders anspruchsvolle und umfassende Nachhaltigkeitsstrategie.

„Wir freuen uns sehr und sind natürlich stolz, dass unsere nachhaltigen Strategien bei ARAMEA weiterhin mit diesem etablierten Siegel ausgezeichnet wurden,“ meint der Vorstandsvorsitzende Markus Barth von der ARAMEA Asset Management AG.

Tobias Krüger, zuständig für ESG-Themen bei ARAMEA: „Der FNG-Prüfprozess mit dem Auditing der Universität Hamburg ist hoch angesehen, da er sehr umfassend ist. Daher sind wir wieder sehr glücklich, dass unser nachhaltiger Investmentprozess über unterschiedliche Assetklassen und Fondsvehikel ausgezeichnet wurde.“

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

Deutschland habe seine Sicherheit an die Vereinigten Staaten, seine Energieversorgung an Russland und sein exportorientiertes Wachstum an China outgesourct – diese Beobachtung galt spätestens seit dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine nicht mehr vollumfänglich. Mit der Wachstumsschwäche Chinas, die konjunkturelle aber vor allem auch strukturelle Elemente hat, bröckelt nun jedoch auch der zweite Pfeiler deutscher Außen(wirtschafts)politik.

Chinas Wirtschaft steckt ohne Frage in der Krise, wobei insbesondere während der Corona-Pandemie etwas im Reich der Mitte kaputt gegangen zu sein scheint. Adam Posen, seines Zeichens Präsident vom renommierten Peterson Institute of International Economics, identifiziert dieses „Etwas“ als das Ende des impliziten „No-Politics-No-Problem“-Vertrages, der lange Jahre in China galt: Die Kommunistische Partei kontrollierte Eigentumsrechte in China, hielt sich aber ansonsten weitestgehend aus der Privatwirtschaft heraus – vorausgesetzt, die Privatwirtschaft mischte sich nicht in politische Belange ein. Was heute nach „Zero-Covid“ bleibt, ist eine Angst unter Chinesen, Peking könnte quasi über Nacht und ohne Ankündigung die Wirtschaftsgrundlage von Individuen und Unternehmen entziehen. Diese Angst hat in China zu einer ungewohnt starken Konsumzurückhaltung, starkem Vorsichtssparen und auch zu weniger Wagnisinvestitionen geführt, was zusammengenommen das Wachstum enorm belastet. Chinas Führung wird diesen Gordischen Knoten rasch durchschlagen müssen, um nicht noch mehr Schaden anzurichten.

Für uns bedeutet das: China wird Europa dieses Mal eher nicht aus der Patsche helfen können. Auch deshalb ist eine Rezession in der Eurozone in den kommenden zwölf Monaten wohl kaum noch vermeidbar. Damit Finanzmarktteilnehmer keine ähnlich unschönen Erfahrungen wie während der Stagflation in den 1970er-Jahren machen, ist es besonders wichtig, dass es den Zentralbanken im Westen rasch gelingt, die Inflation und damit den Kaufkraftverlust der Menschen einzufangen. Die gute Nachricht lautet: Der Ernst der Lage wurde erkannt und gerade die Anleihemärkte bieten aus unserer Sicht gegenwärtig spannende Opportunitäten, da die Zentralbanken am Ende ihrer Leitzinsanhebungszyklen angelangt sind, denn anders als die Aktienmärkte liefern die Rentenmärkte nach der letzten Zinsanhebung die konsistentere Performance.

Viel Spaß bei der Lektüre wünscht Ihnen Ihr

Felix Herrmann, CFA

Chefvolkswirt Aramea Asset Management AG

 

 

 

 

 

 

Die ARAMEA Asset Management AG aus Hamburg, legt zum 1. September ihren zweiten Renten-Laufzeitenfonds auf. Der Fonds strebt eine erwartete Zielrendite von ca. 4,8% vor Kosten und eine Ausschüttungsrendite von mindestens 2,1% an. Die Zeichnungsphase der Strategie läuft bis zum 31. Oktober 2023. Mit dieser weiteren Fondsalternative ermöglicht es der Hamburger Vermögensverwalter Privatanlegern die seit vielen Jahren im institutionellen Geschäft erworbene Expertise des Hauses zu nutzen und erneut in ein breit diversifiziertes Rentenportfolio zu investieren.

„Das hohe Interesse und die gesunde Nachfrage unseres ersten Renten-Laufzeitenfonds hat uns dazu bewogen, hier einen weiteren Fonds mit einer kürzeren Laufzeit an die Startlinie zu schieben,“ erklärt der ARAMEA-Vorstandsvorsitzende Markus Barth die neue Fondsauflage. Da der Zins in vielen Marktsegmenten zurück ist, kann das Angebot von Anlagealternativen für Privatanleger weiter vergrößert werden. „Weiterhin ist die Beimischung von sonst eher institutionellen Kunden vorbehaltenen Segmenten des Rentenmarktes, wie schon bei Auflage des ersten Laufzeitenfonds, eine sehr interessante Option, um das Portfolio zusätzlich zu diversifizieren“, so Barth weiter.

Der ARAMEA Laufzeitenfonds 08/2026 (WKN: A3DV7Z) hat eine Laufzeit bis 2026 und investiert in ein breit gestreutes Anleiheportfolio aus Unternehmensanleihen, Pfandbriefen und Anleihen öffentlicher Emittenten. Das durchschnittliche Rating der Strategie liegt bei „BBB+“. Dabei können auch spannende Nischen wie Nachranganleihen und High-Yield Anleihen (bis zu max. 20% bei Auflage) beigemischt werden. Investitionen in Fremdwährungen und derivative Instrumente sind bei der Strategie dagegen ausgeschlossen.

Die drei Senior Portfoliomanager Petra Krause, Andreas Bayer und Sven Pfeil, sind wieder gemeinsam für die Laufzeiten-Strategie verantwortlich. Während Petra Krause und Andreas Bayer auf eine langjährige Erfahrung in den klassischen Rentenmarktsegmenten wie Staatsanleihen oder Pfandbriefen zurückblicken dürfen, ist Sven Pfeil, Vorstand und Gründungsmitglied von ARAMEA Asset Management, der Spezialist für die spannenden Beimischungen wie z.B. Nachranganleihen.

„Seit unserer Gründung stehen wir als ARAMEA u.a. für Rentenspezialthemen wie Nachranganleihen, erkennen aber aktuell die attraktiven Renditen, die sich in der Breite des Anleihemarktes aufgetan haben. Daher nutzen wir unsere langjährige Expertise aus dem Spezialfondsbereich nun erneut für einen Publikumslaufzeitenfonds,“ erklärt Sven Pfeil. Die dreijährige Laufzeit sei zudem gerade besonders attraktiv, da man aktuell für kürzere Laufzeiten höhere Renditen bekommt als für längere Laufzeiten.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

es gibt immer wieder Entwicklungen an den Kapitalmärkten, die man im Vorhinein für äußerst unwahrscheinlich hält, im Nachhinein dennoch plausibel erklären kann. Jüngstes Beispiel: Die Rallye an den Aktienmärkten seit Jahresbeginn. Die durchschnittliche Prognose der Analysten für beispielsweise den S&P 500 für Ende 2023 lag im Dezember letzten Jahres bei ziemlich genau 4.000 Punkten, was in Sachen erwarteter prozentualer Performance der pessimistischste Ausblick seit 1999 war. Zur Erinnerung: Ende 2022 stand der S&P 500 bereits bei 3.839 Punkten. Aktuell notiert der Index jedoch bei fast 4.400 Punkten und damit rund 14% im Plus seit dem 31. Dezember 2022 – wenn auch nur dank einiger weniger Aktien.

Ende letzten Jahres war die Stimmung schlecht, der Aktienmarkt allerdings bereits seit Oktober ordentlich geklettert. Sorgen vor einer „Jahrhundertrezession“ angesichts unter Umständen leerer Gasspeicher machten die Runde, sodass den Märkten für Risikoaktiva nur wenig zugetraut wurde. Sechs Monate später findet man ohne Probleme zahlreiche Argumente dafür, dass wir seit Anfang des Jahres eine Rally erlebt haben, die als eine der unbeliebtesten in die Geschichte eingehen könnte. Neben dem Ausbleiben eben jener „Jahrhundertrezession“, sind es die robusten Gewinne vor allem jener Unternehmen, die über eine hohe Preissetzungsmacht verfügen, welche die Märkte befeuerten. Der aber wohl wichtigste Grund ist, dass die defensive Positionierung zu Jahresbeginn für eine Underperformance gegenüber den Benchmarks bei vielen Investoren gesorgt hat, die nun wiederum Rücksetzer für Zukäufe nutzen, um bei womöglich doch weiter steigenden Märkten nicht noch weiter ins Hintertreffen zu geraten.

Im zweiten Quartal dürfte sich die Konjunktur in  Europa minimal erholt haben. Im nun beginnenden zweiten Halbjahr erwartet uns jedoch voraussichtlich eine erneute Schwächephase, da die enorme geldpolitische Straffung  erst jetzt so richtig beginnt, die volkswirtschaftliche Nachfrage zu dämpfen – wobei dieses Mal besonders viel Zeit ins Land geht, bis sich die Wirkung in der Realwirtschaft zeigt. Wir warten aktuell also auf die „Snickers-Rezession“: Wenn‘s mal wieder länger dauert…

Für Anleger bedeutet dies: Vorsicht an der Bahnsteigkante! Die erhöhte Dispersion zwischen und auch innerhalb der Assetklassen bietet jedoch ohne Frage viele Chancen, damit 2023 aus individueller Sicht als erfreuliches Kapitalmarktjahr enden kann.

Viel Spaß bei der Lektüre wünscht Ihnen Ihr

Felix Herrmann, CFA

Chefvolkswirt Aramea Asset Management AG

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

 

es gibt immer wieder Entwicklungen an den Kapitalmärkten, die man im Vorhinein für äußerst unwahrscheinlich hält, im Nachhinein dennoch plausibel erklären kann. Jüngstes Beispiel: Die Rallye an den Aktienmärkten seit Jahresbeginn. Die durchschnittliche Prognose der Analysten für beispielsweise den S&P 500 für Ende 2023 lag im Dezember letzten Jahres bei ziemlich genau 4.000 Punkten, was in Sachen erwarteter prozentualer Performance der pessimistischste Ausblick seit 1999 war. Zur Erinnerung: Ende 2022 stand der S&P 500 bereits bei 3.839 Punkten. Aktuell notiert der Index jedoch bei fast 4.400 Punkten und damit rund 14% im Plus seit dem 31. Dezember 2022 – wenn auch nur dank einiger weniger Aktien.

 

Ende letzten Jahres war die Stimmung schlecht, der Aktienmarkt allerdings bereits seit Oktober ordentlich geklettert. Sorgen vor einer „Jahrhundertrezession“ angesichts unter Umständen leerer Gasspeicher machten die Runde, sodass den Märkten für Risikoaktiva nur wenig zugetraut wurde. Sechs Monate später findet man ohne Probleme zahlreiche Argumente dafür, dass wir seit Anfang des Jahres eine Rally erlebt haben, die als eine der unbeliebtesten in die Geschichte eingehen könnte. Neben dem Ausbleiben eben jener „Jahrhundertrezession“, sind es die robusten Gewinne vor allem jener Unternehmen, die über eine hohe Preissetzungsmacht verfügen, welche die Märkte befeuerten. Der aber wohl wichtigste Grund ist, dass die defensive Positionierung zu Jahresbeginn für eine Underperformance gegenüber den Benchmarks bei vielen Investoren gesorgt hat, die nun wiederum Rücksetzer für Zukäufe nutzen, um bei womöglich doch weiter steigenden Märkten nicht noch weiter ins Hintertreffen zu geraten.

 

Im zweiten Quartal dürfte sich die Konjunktur in  Europa minimal erholt haben. Im nun beginnenden zweiten Halbjahr erwartet uns jedoch voraussichtlich eine erneute Schwächephase, da die enorme geldpolitische Straffung  erst jetzt so richtig beginnt, die volkswirtschaftliche Nachfrage zu dämpfen – wobei dieses Mal besonders viel Zeit ins Land geht, bis sich die Wirkung in der Realwirtschaft zeigt. Wir warten aktuell also auf die „Snickers-Rezession“: Wenn‘s mal wieder länger dauert…

 

Für Anleger bedeutet dies: Vorsicht an der Bahnsteigkante! Die erhöhte Dispersion zwischen und auch innerhalb der Assetklassen bietet jedoch ohne Frage viele Chancen, damit 2023 aus individueller Sicht als erfreuliches Kapitalmarktjahr enden kann.

 

Viel Spaß bei der Lektüre  wünscht Ihnen Ihr

 

Felix Herrmann

Die ARAMEA Asset Management AG aus Hamburg freut sich, die Verstärkung Ihres Teams im Bereich Marketing und Portfoliomanagement bekannt geben zu können. Mit der Einstellung von drei qualifizierten und engagierten neuen Mitarbeitern, setzt ARAMEA ihren kontinuierlichen Wachstumskurs fort und verstärkt sich strategisch auf unterschiedlichen Positionen, um auch zukünftig als einer der größten unabhängigen Asset Manager in Deutschland schnell und effizient im Sinne Ihrer Kunden agieren zu können.

Die neuen Mitarbeiter bringen in ihren jeweiligen Bereichen umfangreiche Erfahrungen und Fachkenntnisse mit und werden ihren individuellen Anteil bei der zukünftigen Entwicklung und Umsetzung der Unternehmensstrategie, in der immer größer werdenden ARAMEA-Familie, einbringen.

Gleich drei neue Teammitglieder der ARAMEA Asset Management AG:

  1. Ronny Wagner: Leiter Marketing & Public Relations | Eintritt in die ARAMEA am 01. März 2023
  2. Jannes Bredehoeft: Junior-Portfoliomanager Fixed Income | Eintritt in die ARAMEA am 01 Mai 2023
  3. Daniel Schommers: Portfoliomanager Nachranganleihen | Eintritt in die ARAMEA am 01. Juni 2023

„Wir freuen uns sehr, Ronny Wagner, Jannes Bredehoeft und Daniel Schommers in unserem Team willkommen zu heißen,“ erklärt Markus Barth, Vorstandsvorsitzender der ARAMEA Asset Management AG zu den drei Neuverpflichtungen. „Wir bei ARAMEA glauben an Teamwork, wo jeder über alle Funktionen und Segmente seine Stärken einbringen und schnell Verantwortung übernehmen kann. Mit der Einstellung unserer neuen Kollegen gehen wir wieder einen weiteren Schritt, um auch zukünftig weiter zu wachsen und unseren Kundinnen und Kunden einen erstklassigen Service bieten zu können,“ so Barth weiter.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

es gibt Zeiten an den Finanzmärkten, da passiert wochen- oder gar monatelang vergleichsweise wenig – und dann gibt es Phasen, in denen innerhalb weniger Tage gefühlt ein ganzes Kapitalmarktjahr an einem vorbeizieht. Eine solch intensive Phase haben wir jüngst wieder einmal durchlebt – oder besser: durchleben müssen.

Durch den rasanten Zinsanstieg der letzten Monate beginnt zunehmend das Knirschen im Gebälk der Weltwirtschaft. Noch bis vor kurzem war die vorherrschende Markterwartung, dass es zuvorderst die erodierende Profitabilität der Unternehmen sowie die entsprechenden Folgewirkungen sein dürften, welche die globale Wirtschaft in die „Rezessionsknie“ zwingen werden. Mit der Pleite einer US-Bank, deren Name in Europa bis vor kurzem wohl nur wenige Finanzmarktteilnehmer kannten, wurde ein Dominoeffekt in Gang gesetzt, dessen Ende Stand heute nur schwerlich absehbar ist. Aber Fakt dürfte sein, dass aufgrund des gestiegenen Drucks im Bankensystem die Kreditvergabetätigkeit der Geldhäuser in den kommenden Monaten spürbar restriktiver ausfallen und so den konjunkturellen Abwärtsdruck verstärken dürfte.

Die Zentralbanken stehen entsprechend abermals vor einem Dilemma und die Gefahr eines Politikfehlers seitens der Geldpolitik ist aktuell ohne Frage erhöht. Dieses Mal stehen die „Dilemma-Experten“ vor der Herausforderung, Preis- und Finanzmarktstabilität gleichzeitig zu wahren. Einen Kompromiss bei der Inflationsbekämpfung einzugehen, können sich die Zentralbanken allerdings kaum leisten. EZB & Co. sind gezwungen, der nach wie vor viel zu hohen Inflation die Stirn zu bieten. Durch eine restriktivere Kreditvergabe der Geschäftsbanken bzw. die jüngste Verschärfung der Refinanzierungsbedingungen („Financial Conditions“) dürfte das Ende der Zinsanhebungszyklen nun dennoch etwas früher erreicht werden als noch vor Monatsfrist erwartet.

Aber machen wir uns nichts vor: Eine Einhegung eines Inflationsproblems mit derart epischem Ausmaß, wie wir es gerade vor uns haben, kann wohl nur schwerlich ohne ökonomische Bremsspuren in Form einer zumindest mittelschweren Rezession vonstatten gehen.

Den Finanzmärkten könnten noch einige wacklige Wochen bevorstehen. Sollten US-Notenbank und EZB jedoch tatsächlich im zweiten bzw. dritten Quartal ihre Anhebungszyklen beenden, sollten sich insbesondere die Rentenmärkte wachsender Beliebtheit erfreuen. Aber auch Technologieaktien könnten ihr Comeback fortsetzen.

Viel Spaß bei der Lektüre wünscht Ihnen Ihr

Felix Herrmann, CFA

Chefvolkswirt Aramea Asset Management AG